

Ein Pionier ist jemand, der hinaus geht in die weite Welt, um unbekanntes Land zu erkunden, um Erfahrungen zu sammeln und neues zu entdecken.
Ein Pionier zeichnet sich durch Kreativität, Durchsetzungsfähigkeit und Eigeninitiative aus.
Im wissenschaftlichen Bereich gilt jemand als Pionier, der sich als erster auf Neuland wagt und bedeutenden Erkenntnisse erzielt.
Ein Pionier ist jemand der die Landkarte nicht mit dem Land selbst verwechselt.
Es ist nicht jemand der gemütlich zu Hause vor dem Fernseher sitzt und glaubt die Welt zu kennen.
Es gibt Menschen die lesen Berichte in Zeitungen, Büchern oder Online und denken sie würden das gefährliche unbekannte Land kennen.
Diese Menschen haben eine Meinung zu allem und jedem und doch haben sie nie unbekanntes Territorium erkundet.
Sie wissen das ist zu gefährlich, nur Idioten und Draufgänger sind so verrückt in dieses Land zu reisen.
Von welchem Land spreche ich?
Es hat verschiedene Namen, manche nennen es Modor andere Mortal andere wiederum Samvega. Es gibt nur sehr wenige die jemals dort waren.
Es ist ein Ort, der lässt dir das Blut in den Adern gefrieren, es ist eine kalte und einsame Ödnis und es wachsen dort keine Pflanzen, kein Vogel zwitschern ist zu hören, kein Wasser, kein Geräusch, unendliche Stille, nur gleichförmige graue Steinformationen, mit menschlichen Gesichtern eingraviert, finden sich hier und da.

Warum sollte jemand freiwillig dorthin reisen?
Warum sollte jemand sich mit der tiefsten Angst konfrontieren?
Weil nur, wenn du mit der Kapazität für Schrecken, Angst und Terror vertraut bist, kennst du auch die Kapazität für Glück, Freude und grenzenloses Mitgefühl.
Der Buddha war ein Mensch, der uns sogar ermutigte an diese (inneren) Orte zu reisen.
Bei einem Spaziergang durch die Stadt sah er unzählige kranke und alte Menschen, ihm wurde unmittelbar bewusst, dass er das gleiche unvermeidbare Schicksal erleiden würde.
Auch er, Gotama der Boddhisatva, würde eines Tages altern, krank werden und sterben.
In der altindischen Sprache Pali gibt es einen Begriff, der dieses Gefühl sehr exakt beschreibt.
Samvega ist das Gefühl von Terror und Angst, das sich ausbreitet, wenn man über den Tod meditiert.

Samvega bedeutet gleichzeitig das Gefühl, das der tägliche Alltag sinnlos ist und das Gefühl der Dringlichkeit einen tieferen Sinn zu finden.
Nach seiner Erleuchtung lehrte der Buddha seine Schüler über den Tod zu meditieren.
Hat es nicht wenig Erleuchtendes sich freiwillig dieser Angst auszusetzen?
Doch der Buddha war ein Pionier jemand, der die Notwendigkeit erkannt hatte unbekanntes Territorium zu erkunden.
Unzählige Gerüchte ranken sich um Länder wie „Modor“ oder „Samvega“ und die Menschen wandten sich ab, wenn sie nur den Namen hörten.
Doch für diejenigen, die wirklich dort waren, hat dieses Land seinen Schrecken verloren.
Es war zwar sehr kalt und beängstigend am Anfang, doch als man jede Ecke erkundet und jeden Stein umgedreht hatte, konnte man nichts Beängstigendes finden.
Ein weiterer Grund, warum der Buddha seinen Schülern die Meditation über den Tod lehrte, war das es dazu führte, dass die Schüler viel ernsthafter und achtsamer wurden.
Sie mieden es Zeit zu verschwenden und widmeten sich voller Aufmerksamkeit dem Training des Geistes.

Es ist wie mit einer Sanduhr die Zeit geht vorbei und irgendwann sind wir alt und was haben wir für die anderen Wesen getan?
Haben wir jeden Moment genutzt in unserem Leben?
Über den Tod zu meditieren zeigt uns, das die Lebenszeit begrenzt ist, somit fällt es uns einfacher Prioritäten zu setzen.
Es ist auch nicht nur der Umstand das wir alle einmal in ferner Zukunft versterben werden, sondern das wir jeder Zeit sterben könnten. Dieser Abend könnte der letzte sein.
Unser kostbares Leben hängt von dem Pumpen eines einzigen Muskels ab, was wenn dieser plötzlich aussetzt?
Was, wenn wir ausrutschen und unser Genick brechen, oder was, wenn jemand die Kontrolle über sein Auto verliert und frontal in uns hinein kracht.
Es ist wie als würde man mit nachts mit einem Auto auf einem zugefrorenen See fahren.
Die Angst ist der Treibstoff, welches das Auto antreibt und gleichzeitiges das Koffein, welches den Fahrer wach hält.
Dieses Gefühl des existentiellen Terror hat eine wichtige Funktion, denn jemand der freiwillig oder unfreiwillig an solche dunklen Orte reist, wird umso mehr die Motivation entwickeln wahres Glück und inneren Frieden zu finden.
Als Gotama der Boddhisatva noch ein Kind war, meditierte er unter einem Baum und erlebte auf unerwartete Weise das Glück und die Freude einer sehr tiefen Meditation.
Dieses Gefühl kann man mit dem Wort „Pasada“ beschreiben, welches übersetzt Ruhe, Zuversicht und Hoffnung bedeutet.

Es ist das Gefühl und die Eingebung das es einen tieferen Sinn gibt und ein wahres inneres Glück das unabhängig der äußeren Umstände leuchtet.
Es ist vergleichbar mit dem Pionier, der auf einem Berg steht und in der Ferne ein fruchtbares grünes Land sieht.
Es scheint so zu sein, dass sich Licht und Dunkelheit gegenseitig bedingen.
Ich kann aus meiner eigenen Erfahrung sagen, wie es sich anfühlt mit dem Tod konfrontiert zu werden.
Ich war in Australien als ich einen Bootsunfall erlitt und kilometerweit hinausgetrieben wurde auf den offenen Ozean.
Die See war sehr rau und ich drohte zu sinken.
Mehr als 20 Stunden war ich in Todesangst und als es Nacht wurde, gab ich meinen Widerstand gegen das Sterben auf.
Ich konnte kein Land mehr sehen, aber in der Ferne gerade noch das rote Licht von dem Fernsehmast. Das gab mir Hoffnung.
Ich reflektiert über mein Leben, über die hilfreichen guten Taten, aber auch Dummheiten und Fehler und verschwendete Zeit.
Als ich begann die Bücher des kanadischen Psychologen Jordan Peterson zu lesen, wurde mir klar das aus seinen Fehlern zu lernen, bedeutet zu sterben im großen oder kleinen, einen Teil von sich selbst loszulassen.
Wenn man sich sagt, „okay das habe ich falsch gemacht“, dann erlaubt man sich einen Teil von seinem Ego loszulassen.
Das ist die Essenz des Lebens immer wieder zu sterben und sich Fehler einzugestehen und daraus zu lernen und somit neugeboren zu werden.
Die Angst vor dem Tod war für mich hilfreich in diesem Prozess, manchmal sind wir voller festhalten und Klammern und merken nicht das dies hinderlich ist, wenn wir uns weiterentwickeln wollen.
Die Angst vor dem Tod, die ich erlebt habe, war ein Segen und kein Fluch, weil ich dadurch alte Dinge loslassen konnte und das eröffnet ein ganzes Feld an neuen Möglichkeiten.
Das ist der Zweck unseres Daseins, alles ist eine Lernerfahrung und Fehler sind unvermeidbar, wichtig ist, das wir immer weiter nach vorne stolpern und nicht kapitulieren vor der Angst.

Erst wenn wir uns unserer tiefsten Dunkelheit bewusst werden, finden wir den Antrieb und Mut und Überzeugung es muss etwas Besseres geben als das.
Oder mit den Worten von Nelson Mandela
„Wenn wir uns Licht scheinen lassen dann geben wir unbewusst den anderen die Erlaubnis es auch zu tun und wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch die anderen“.
Kann man sich selbst von seiner eigenen Angst befreien?
Wir werden es nur herausfinden, wenn wir von unserer Couch aufspringen und das Haus verlassen und die Möglichkeiten austesten.
„Wie kann ein Mensch dazu kommen sich selbst zu erkennen? Niemals durch Denken, aber durch Tun. Versuche deine Pflicht zu tun und du wirst, auf einmal, wissen, was du wert bist“ (Johann Wolfgang von Goethe).
Wenn wir das unbekannte gefährliche Land erkunden, wenn wir vorwärtsgehen trotz der Angst.
In dem Prozess des Reisens und Erkundens werden wir alte Konzepte und Vorurteile aufgeben müssen und vorgefertigte Wege hinterfragen.
Das ist der Pionier Geist und er wird genährt durch die Hoffnung auf ein neues Land, eine neue Welt.
Ein Mensch, der den Pionier-Geist hat, verlässt das bekannte Land, die Bequemlichkeit, weil er oder sie die Gefahr darin sieht, die gleichen Probleme mit den immer gleichen Methoden lösen zu wollen.
Der Mensch mit dem Pionier-Geist sucht neue Möglichkeiten neue Ideen, neues Land.
Auch wenn andere ihn warnen, es sei gefährlich oder unsicher, so weiß der Pionier, dass es nichts gibt, wovor man Angst haben muss, jede Erfahrung macht ihn reicher auch die schlechten und vielleicht sind es gerade die schlechten Erfahrungen, die uns wachsen lassen.
„Was immer du tun kannst oder träumst, es zu tun, fang damit an! Mut hat Genie Kraft und Zauber in sich.“
Johann Wolfgang von Goethe

